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Alba Lulia

Marius und Andrea mussten früh aufstehen und zur Arbeit. Wir standen also mit ihnen auf und frühstückten leckeres Früchte-Müsli-Brei-Etwas, wofür mir grad der Name entfallen ist. Wir bekamen einen Schlüssel zur Wohnung und machten uns auf, die Stadt zu erkunden. Die Stadt, in der Rumänien geboren wurde, wie Marius es ausdrückte. Hier war nämlich tatsächlich der rumänische Staat aus den einzelnen Provinzen zusammengewachsen.
Wir gingen also in Richtung des historischen Zentrums, einer Wegbeschreibung von Christina folgend. Irgendwie verspürten wir aber beide bald einen ziemlichen Hunger. Die vielen verbrannten Kalorien waren mit dem gesunden Frühstück wohl noch nicht wieder drin. Also suchten wir einen Supermarkt. Und zwar ausgiebig. Wir folgten verschiedensten Schildern, ohne großen Erfolg. Wir fanden eine Pizzeria, aber gegen 10 Uhr morgens kam uns das doch etwas zu fertig vor. Nachdem wir ungefähr 1 1/2 Stunden mit knurrendem Magen unterwegs gewesen waren, fanden wir einen Markt. Wir beschlossen, uns eine Honigmelone zu kaufen. Leider hatten wir aber keinen Löffel dabei. (Da sieht man mal wieder, wie essentiell ein Löffel ist.) Also kauften wir uns ein Eis, mit zwei kleinen Plastiklöffeln dabei. Wahrscheinlich hätte die Frau am Kiosk uns auch einfach so zwei Löffel gegeben. Mit unserer halbierten Melone setzten wir uns auf eine Treppe in der Nähe der Pizzeria und genossen unser Essen und die belustigten Blicke, die man uns zuwarf. Später entdeckten wir noch eine Art kleines Cafe, wo wir noch ein Schokocroissant-ähnliches Gebäck aßen und einen Kaffee tranken. Dann fühlten wir uns ausreichend gestärkt und streiften durch das historische Zentrum. Wir gingen in ein Museum und versuchten, etwas mit den rumänischen Texten anzufangen. Wir verstanden schon erstaunlich viel. Durch die Verwandtschaft mit anderen europäischen Sprachen kann man sich eine Menge ableiten. Besonders Spanisch und Französisch sind sehr hilfreich. (Italienisch wäre vermutlich noch besser gewesen.) Die ganze Geschichte der Stadt war dargestellt, aus der Römerzeit gab es viele Fundstücke, bis hin zur neueren Geschichte. Bestimmt war auch die Grünung Rumäniens haargenau beschrieben, aber irgendwann konnte ich nicht mehr stehen und war am verdursten. Also gingen wir zurück in Richtung der Wohnung. Dort fanden wir einen Supermarkt. (Moment, hatten wir vorher nicht stundenlang danach gesucht?) Wir kauften Wasser und Zutaten für einen Kuchen. Wir hatten ja kein Geschenk mitgebracht und wollten unseren Gastgebern trotzdem etwas Gutes tun. Wieder in der Wohnung machten wir uns an die Arbeit. Schließlich war der Teig fertig und sah ziemlich lecker aus. Leider scheiterte die Aktion aber an dem altmodischen Gasherd, mit dem wir nicht wirklich zurechtkamen. Eine Herdplatte anzünden hätten wir ja hinbekommen, aber wie war das mit dem Ofen? Wir rätselten herum und hatten sogar schon über das Internet die Bedienungsanleitung gefunden, aber es funktionierte einfach nicht. Dann kam Marius nach Hause und klärte uns darüber auf, dass der Ofen kaputt war. Also war alle unsere Bemühung umsonst gewesen. Wir versuchten dann noch, den Kuchen in der Mikrowelle zu backen, weil Johanna mal etwas von einem Mikrowellenkuchen gehört hatte. Während wir warteten, kam Andreas jüngere Schwester Christina mit ihrem Freund. Sie hatte eine deutsche Schule besucht und sprach einwandfrei Deutsch. Wir unterhielten uns mit ihr und irgendwann fragte sie, welche Wörter wir schon auf Rumänisch können. Wir begannen also aufzuzählen. Immer mehr Wörter fielen uns ein und die Liste wurde immer länger und länger. Bei etwa 50 hörten wir auf. Sie war sichtlich beeindruckt, und wir ebenfalls. All das hatten wir gelernt, ohne das geringste Vorwissen und ohne es wirklich gewollt zu haben.
Als der Kuchen fertig war, probierten wir gespannt. Leider war das Experiment aber schiefgegangen. Der Kuchen war halb fest und halb glubberig und hatte einen unglaublich bitteren Nachgeschmack. Marius würdigte aber den Versuch und bedankte sich. (Wahrscheinlich hätte er aus Höflichkeit weitergegessen, hätten wir ihn nicht erlöst.) Schließlich machten wir uns mir Christina und ihrem Freund, die uns ein bisschen von der Stadt zeigen wollten, auf den Weg. Wir fuhren mit dem Auto des Freundes. Irgendwie waren aber beide nicht besonders begeistert von Alba Lulia und so saßen wir denn letztendlich in einem gemütlichen Cafe und unterhielten uns über das Fantasialand.
Abends fuhren wir alle gemeinsam zur Kartbahn. Dort war Marius kleiner Bruder sehr aktiv. Wir waren etwas eingeschüchtert von all den Rumänen um uns herum, aber ohne es wirklich zu merken baute sich um uns herum eine fröhlichen Runde auf, wir bekamen einen Eistee ausgegeben und alles unterhielt sich. Die Mutter des Freundes von Andrea war da, außerdem noch zwei Jungs die auf der Kartbahn arbeiteten und noch ein paar andere. Einer von ihnen sprach Deutsch und unterhielt sich mit uns übers Crossroadfahren und alles Mögliche. Irgendwann zischte er ab und wir hörten nur noch ein Crossroad aufheulen. Marius Bruder kam mit dem Motorrad angerast und leistete uns ebenfalls etwas Gesellschaft. Er erzählte, dass er professioneller Kartfahrer werden wolle, dass aber ein gutes Kart viel zu teuer wäre. Irgendwann fuhren Andrea, Marius und Christina mit ein paar der Jungs einige Runden, aber wir trauten uns nicht so recht. Als es langsam dunkel wurde, fuhren wir zurück.

14.8.08 14:25


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