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Es geht los!

Hamburg - Budapest
 
Am 3. August, dem Beginn unserer Reise, hat uns der Wecker früh aus den Federn geholt. Geschlafen hatte ich persönlich aber sowieso nicht besonders viel, und vor lauter Aufregung und Vorfreude fiel mir das Aufstehen auch nicht besonders schwer. Nach einem kurzen Frühstück beluden wir mein Fahrrad mit den am Vortag gepackten, und vorher mehrmals test-gepackten Packtaschen. Gemeinsam mit meinen Eltern radelte ich zum Harburger Bahnhof, wo wir auf Johanna warteten. Ich wusste die ganze Zeit über, dass ich irgendetwas vergessen würde. Als mir dann klar wurde, dass es mein Handy war, schockte mich das doch ein wenig. Ich hatte nicht erwartet, dass es etwas so existentielles wäre. Ich war doch sehr froh, dass meine Eltern dabei waren, da mein Vater zurück nach Hause radelte, um das Handy zu holen.
Aber nicht nur ich hatte solche Probleme. Johanna kam etwa 10 Minuten zu spät, da sie auf der Suche nach ihrem Tacho gewesen war. Sie hatte ihn allerdings nicht wieder gefunden. (Wie sich später herausstellen sollte, hatte sie ihn doch dabei, wenn auch gut im Gepäck versteckt.)
Wir machten uns also auf den Weg, mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Wir hatten einige Schwierigkeiten, mit den beladenen Rädern, die etwa 30 Kilo wogen, die letzte Treppe zum Gleis herunterzukommen, aber schließlich schafften wir es. In Hamburg angekommen waren wir froh, über die vielen Fahrstühle, die mir bis zu diesem Tag noch nie aufgefallen waren. Glücklicherweise waren wir viel zu früh am Gleis, so dass mein Vater mit dem Handy noch rechtzeitig ankam. Ab dem Zeitpunkt war ich auch wieder sehr entspannt und konnte mich auf das bevorstehende Abenteuer freuen.




Als dann endlich der Zug kam, luden wir die Räder ein, wobei wir uns fragten, wie wir sie allein in Budapest wieder aus dem Zug herausbekommen sollten. Aber darüber wollten wir uns erstmal noch keine Gedanken machen. Wir verabschiedeten uns von unseren Eltern, winkten bei der Abfahrt und waren dann endlich auf dem Weg.
Beglückt begaben wir uns zu unseren Plätzen und frühstückten erst einmal. Die Bahnfahrt verbrachten wir größtenteils mit Lesen, Rumänisch lernen und aus dem Fenster schauen. Die Zeit verging langsam, wahrscheinlich, weil wir uns einfach zu sehr auf Ungarn freuten. Bald waren wir in Tschechien und fuhren an der Elbe entlang. Dort stiegen alle Fahrradfahrer, die sich noch in unserem Zug befanden, aus. Alle wollten wohl die schöne Strecke durchs Elbsandsteingebirge fahren. Bis zum Ende der Zugfahrt standen unsere Fahrräder einsam und allein im Fahrradabteil. Aber mal ehrlich, wer will auch schon mit dem Fahrrad nach Rumänien?
Die Fahrt durch Tschechien kam uns so lang vor, dass wir uns schon längst in Grenznähe glaubten. Wir bildeten uns so lang architektonische und landschaftliche  Unterschiede ein, bis wir zu dem Schluss kamen, dass wir uns tatsächlich schon in der Slowakei befinden müssten, als wir ernüchternderweise ein Plakat mit einer Internetadresse .cz vorbeirauschen sahen.
Unser erster Eindruck von Ungarn, als wir schließlich die Grenze überquert hatten war folgender: Ungarn ist sehr sehr dunkel. Das hört sich jetzt zwar blöd an, aber man sieht, aus dem Zugfenster schauend, fast überhaupt keine Lichter, da das Land viel weniger dicht besiedelt ist als Deutschland.
Um etwa halb elf erreichten wir schließlich Budapest. Wir beeilten uns sehr, unser Gepäck und dann auch die Fahrräder aus dem Zug zu schaffen. Draußen wartete auch schon eine Putzkolonne. Wir beluden die Räder mit einigen Schwierigkeiten und schoben sie über den ausgestorbenen Bahnsteig in Richtung Bahnhofshalle. Der Budapester Bahnhof ist wirklich beeindruckend. Vorn an der Halle ist ein riesiges halbrundes Fenster mit einer großen Uhr in der Mitte und überall stehen goldene Säulen, mit Wandgemälden dazwischen. In der Halle wurden wir angesprochen, ob wir nicht ein Hostel suchten. Wir verneinten, da wir ja schon eines vorgebucht hatten. Später sollten wir es noch sehr bereuen.




Wir besorgten uns einen Stadtplan und machten uns, nachdem wir die Treppen vor dem Bahnhof überwunden hatten,  gut gelaunt auf dem Weg zu unserem Hostel. Auf dem Weg sahen wir unglaublich viele Rucksacktouristen, bei denen Budapest sehr beliebt ist. Wir irrten etwa eine halbe Stunde durch die Gegend, bis wir schließlich das Restaurant fanden, bei dem wir einen Mitarbeiter unseres Hostels treffen sollten. Im Internet stand, dass es keine Rezeption habe, und dass man uns daher an diesem Restaurant abholen würde. Wir warteten und riefen im Hostel an, als niemand kam. Es ging niemand ans Telefon. Schließlich fragten wir im Restaurant, aber auch die wussten von nichts. So langsam wurde uns klar, dass es vielleicht doch nicht die klügste Idee gewesen war, das billigste Hostel der Stadt zu nehmen. Frustriert machten wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof, in der Hoffnung, dass der nette Hostelmensch doch noch da wäre, oder um dort an der Information nach einem anderen Hostel zu fragen. Als wir schließlich dort ankamen, war der Bahnhof relativ ausgestorben und auch die Information hatte geschlossen. Wir mussten uns mit einer Broschüre begnügen. Wir telefonierten erfolglos herum und machten uns schließlich einfach so auf dem Weg zu einem in der Broschüre beschriebenen Hostel. Es dauerte, bis wir es gefunden hatten, und als wir schließlich da waren mussten wir feststellen, dass es deutlich über unserem Budget lag. Aber die nette Frau an der Rezeption konnte uns ein anderes Hostel empfehlen und rief sogar dort für uns an, um uns anzumelden. Nach einer weiteren Irrfahrt erreichten wir endlich das erträumte Hostel. Es war zwar eigentlich immer noch zu teuer, aber mittlerweile war es etwa ein Uhr morgens und unsere Stimmung war dementsprechend etwas strapaziert. So bezahlten wir also die 25€, verstauten die Räder im Gepäckraum und störten uns weder an den durchgelegenen Matratzen, noch an den Mücken, die uns umschwirrten.
Diese kleine Odyssee hatte zur Folge, dass wir jetzt aus jeder kleinsten Seitengasse den Weg zum Bahnhof zurückfinden können. Außerdem sind wir diese eine Straße mindestens 10-mal entlanggefahren, was doch relativ frustrierend war.

3.8.08 15:43
 


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