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Baile Felix-Beius


58,50 km

Wir frühstückten unser wunderbares, selbstgemachtes Instantmüsli, das ich mittlerweile schon gar nicht mehr angucken konnte, und machten uns dann gut gelaunt auf den Weg. Die Landschaft war wunderschön, obwohl wir ja den ersten Teil des Weges schon gesehen hatten, auf unserer Suche nach einer Unterkunft am Vortag. Dann ging es durch eine hügelige Landschaft, immer durch kleine Dörfer hindurch. Es war sehr heiß und wir sahen viele alte Leute einfach auf der Türschwelle oder einem kleinen Bänkchen in der Sonne sitzen. Da es Sonntag war, sahen wir manchmal auch ganze Kolonnen alter Leute in Sonntagsanzügen (das heißt schwarze Röcke und Kopftücher für die Frauen), in Richtung Kirche oder zurück strömen. Ausschließlich wurden wir von allen sehr genau beim vorbeifahren beobachtet. Die Strecke war trotz der Hügel und später auch einem steileren Berg angenehm zu fahren. Auch die Landschaft war unglaublich schön. Die Straßen waren in ziemlich gutem Zustand, wenn man einmal von der unglaublich tiefen Spurrillen absieht, und dem daneben Wellenförmig aufgeworfenen Asphalt. Man musste immer sehr vorsichtig sein beim Wechsel von der Spurrille zum Seitenstreifen. Auch hatte ich Angst, mit den Pedalen den Asphalt zu berühren, so tief war die Straße teilweise ausgefahren. Außerdem lagen ab und zu tote Hunde am Straßenrand. Die Stadt Beius konnten wir schon aus einiger Entfernung sehen. Rote Ziegeldächer, die irgendwie nach altmodischer Kleinstadt aussahen, erwarteten uns. Als wir Beius schließlich erreichten, machten wir wieder auf die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Wir rätselten relativ lange, wo sich denn nun das Stadtzentrum befände, jedoch ohne eine Lösung zu finden. Johanna fragte in einer Pension, die wir im Reiseführer gefunden hatten, nach dem Preis. Irgendwie waren die Leute aber komisch drauf, da sie einen Millionenbetrag verlangten und sich über uns lustig machten. So habe ich das jedenfalls verstanden. Hinterher fiel uns dann ein, dass vor einiger Zeit eine Währungsreform stattgefunden hatte, bei der ein paar Nullen verloren gegangen waren. Trotzdem wollten wir dort nicht bleiben und fuhren weiter in die Richtung, in der wir das Zentrum vermuteten. Wir fragten einige Leute, aber entweder verstanden sie uns nicht, und wir sie auch nicht, oder sie wussten nicht, wo es eine Pension gab. Irgendwann konnte uns doch eine Frau weiterhelfen und wies uns die richtige Richtung. Wir kamen tatsächlich am Stadtzentrum vorbei und dahinter erstreckte sich der neuere Teil der Stadt an einer einzigen Straße entlang. Dort fanden wir auch eine Pension. Vor der Tür wurden wir von einem Mann angesprochen, dem wir dann auch pantomimisch und mit dem, was wir bis dahin auf Rumänisch gelernt hatten zu verstehen gaben, woher wir kamen und wohin wir wollten. Er war sehr beeindruckt. Kein Rumäne versteht, warum man eine solche Anstrengung freiwillig auf sich nehmen sollte. Wir richteten uns ein, und entdeckten, dass wir sogar einen Fernseher im Zimmer hatten. Hier sahen wir auch das erste Mal unsere Lieblingswerbung, die mit dem kitschigen Prinzen, der in Flammen steht und durch die Gegend reitet. Auf der Suche nach seiner Eisprinzessin, die er dann auch findet. Die beiden verwandeln sich dann - ehrlich - in ein Mineralwasser. Izvorul minunilor, Apa de legenda! (Was soviel heißt wie „Wunderquelle, Legendäres Wasser“) Ein Traum von einer Werbung. Witzigerweise war das auch genau das Wasser, das wir meistens dabeihatten. Die Werbung ist übrigens auch bei youtube zu finden (: Nachdem wir geduscht hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Wir liefen durch die Stadt und suchten ein Internetcafe. Beius werde ich wohl immer mit Durch-die-Gegend-irren und Leute-nach-dem-Weg-fragen verbinden, wobei die Leute einem dann auch nicht weiterhelfen können. Wir fragten etwa 6 Menschen, die uns immer hin und wieder zurück schickten, bis uns eine Frau schließlich hinführen wollte. Unterwegs traf sie noch eine Bekannte, und so wurden wir denn von den beiden eskortiert. Der Rest des Tages verlief ziemlich chaotisch. Wir waren im Internet, das übrigens fast nichts gekostet hat, gingen dann zurück, merkten, dass wir etwas Wichtiges vergessen hatten, und gingen zurück zum Internetcafe. Dann gingen wir einkaufen (Eis, Schokolade und andere gesunde Dinge) und irrten noch weiter durch die Gegend. Wie gesagt, es war ein etwas planloser Tag.

10.8.08 16:21
 


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